„Ich kaufe/lese die Trilogie erst, wenn alle Bände erschienen sind“ – diesen Satz höre ich immer öfter und deshalb möchte ich ihn heute mal aus Sicht der Autoren und Verlage beleuchten. Ich kann gut verstehen, was die Leser dazu motiviert, so zu denken. Sie wollen lange Wartezeiten vermeiden und die Geschichte in einem Rutsch genießen. Doch die Schattenseite dieser Haltung ist vor allem für die Autoren bitter. Denn eines ist klar: Für den Verlag sind die Bücher kein Hobby, sondern ein Geschäft und das muss kontinuierlich laufen. Da die Zeiten in der Branche allgemein nicht rosig sind, passiert es immer öfter, dass der dritte Band einer Trilogie (manchmal sogar schon der zweite …) gar nicht erst erscheint, obwohl er geschrieben und zuvor in Auftrag gegeben wurde. Grund: Die ersten beiden Bände verkaufen sich nicht so wie erhofft. Die Druckkosten und Ausgaben für Werbung etc. sind für den Verlag zu hoch, als dass sich dieses Risiko lohnen würde. Lieber wird etwas Frisches auf den Markt gebracht (was man aus Sicht des Unternehmers ja auch nachvollziehen kann). Das ist dann wiederum für jene Leser ärgerlich, die die ersten Bände verschlungen haben und sehnsüchtig auf den dritten warten. Doch der bleibt womöglich für immer in der Schublade …
Wie ist nun meine Sicht der Dinge dazu? Natürlich wünsche ich mir, dass meine Bücher gelesen und gekauft werden, sobald sie erscheinen, sodass klar wird, dass ein Interesse an ihnen besteht. Rezensionen sind wichtig, Verkaufszahlen sind ein Gradmesser für künftige Verträge. Da ich das Schreiben liebe und überzeugt bin, dass es meine Berufung ist, möchte ich gerne weiterhin davon leben. Gleichzeitig weiß ich aber, dass Lesen etwas sehr Persönliches ist und ich möchte niemand Ratschläge geben, wie und wann er meine Bücher lesen sollte, zumal sie oft ihre Reifezeit brauchen … Ich kann euch nur eines versichern: Ich schreibe meine Trilogien so, dass ihr a) problemlos in den Folgeband einsteigen könnt, auch wenn der letzte schon einige Monate zurückliegt und b) dass die Zeit zwischen den Erscheinungsterminen ihren Sinn hat. c) Wartet ihr so oder so. Ob ihr nun anderhalb Jahre wartet, bis alle Bände erschienen sind, oder zwischen den Bänden wartet – die Zeit bleibt die gleiche. Gerade bei den Diamantkriegern halte ich es für Kopf und Seelchen für ratsam, etwas Puffer zwischen den Bänden zu lassen. Auch wenn wir am Ende von Band 1 einen Cliffhanger haben, so sind die einzelnen Bücher thematisch doch in sich geschlossen und können gut im Leser „nachreifen“.
Es ist und bleibt dennoch die Entscheidung der Leser, wie/wann sie die Bücher kaufen und lesen. Doch ich glaube, vielen Lesern ist nicht bewusst, was es bedeutet, zu warten, bis alle erschienen sind – nämlich im Zweifelsfall, dass der dritte gar nicht erst auf den Markt kommt. Eines ist dann jedenfalls sicher: Der Lesegenuss ist völlig dahin. P.S. Bei Luzie und Leander hatten wir übrigens einen ähnlichen Fall. Durch mein Burnout war eine Pause entstanden und der Verlag überlegte – wie gesagt, aus nachvollziehbaren Gründen – , den abschließenden Band 8 nicht mehr zu bringen. Ich hab dafür gekämpft und konnte glücklicherweise mit meinen Argumenten überzeugen. Der Preis war, ihn in sechs Wochen zu schreiben, aber das ist ja gelungen.


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