Achtsamer Umgang mit Nachrichten – wie geht das?

Viele Menschen fühlen sich im Moment konfus und tun sich schwer, all die hereinprasselnden Informationen zu sortieren, innere Ruhe zu finden und ihren Alltag zu strukturieren. Es herrschen Durcheinander, Sorge und Verwirrung. Manchmal leiden sogar Freundschaften und Beziehungen darunter. 

Deshalb hier eine kleine Inspiration zum achtsamen Umgang mit Nachrichten & Medien – an mir selbst über Jahre hinweg erprobt und durchaus krisenbewährt. 🙂

1. Das Schauen und Hören von Nachrichten stark reduzieren bzw. einstellen und darauf vertrauen, dass mich alles erreicht, was JETZT und HIER wirklich wichtig und relevant für mich ist – über welche Kanäle auch immer. (Hat ausnahmslos funktioniert!)

2. Social Media-Detox: FB vom Handy löschen und nur noch einmal am Tag für wenige Minuten checken oder eine Komplettpause einlegen. Instagram ist insgesamt heller; dennoch ist auch hier weniger meist mehr (Lebensqualität). Menschen, die nur angstmachende Nachrichten verbreiten oder mir sagen wollen, wie ich zu leben und zu denken habe, damit ich ein guter Mensch bin, für 30 Tage auf Snooze stellen. (Man muss ja nicht gleich die Kontakte löschen 🙂 )

3. Wenn man auf das Schauen Nachrichten nicht verzichten möchte: Sich auf eine Sendung am Tag beschränken, möglichst nicht vor dem Schlafengehen. Anschließend bewusst eine andere Energie wählen – ein schönes, aufbauendes Buch lesen, einen stärkenden Podcast hören, eine Sitcom oder Wohlfühlserie gucken. 

4. Sich bewusst machen, dass auch Nachrichten der als seriös geltenden Kanäle niemals die volle Wahrheit wiedergeben, sondern lediglich einen Ausschnitt der Wirklichkeit sind, der von Menschen zusammengestellt wurde, die nicht alles erfassen können, was vor sich geht. (Ich weiß das aus zwölf Jahren Tageszeitungs-Journalismus, in denen ich mehr streichen musste als sagen durfte und nie alle relevanten Informationen recherchieren konnte)

5. Bei angstmachenden Nachrichten hinterfragen: Wem oder was könnte diese Angst dienen, wer könnte davon profitieren? Bei plötzlichen Erkenntnissen aber nicht in Wut und Zorn verfallen. 🙂 Außerdem ist es sinnvoll, sich zu fragen: Betrifft dieses Thema/diese Gefahr mich konkret in diesem Moment? Oder ist jetzt und hier alles in Ordnung? Nützt es meinen Mitmenschen und mir, wenn ich nun in Angst und Sorge verfalle?

Ein solcher achtsamer Umgang mit Nachrichten ist keine Verharmlosung oder gar Verantwortungslosigkeit, sondern wertvolle Selbstfürsorge. 


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