Dornenkuss & Co.: Wenn das Schöpferische erschöpft – Rückzug auf Zeit

Seit einigen Wochen ist „Dornenkuss“ erschienen und die Splitterherz-Trilogie abgeschlossen – für mich nicht nur die wichtigste Zäsur in meinem bisherigen Autorendasein, sondern auch ein Moment, die vergangenen zwei Jahre Revue passieren zu lassen und dabei zu erkennen: Mir geht es wie Ellie und Gianna in den ersten Kapiteln von „Dornenkuss“ und vielleicht auch ein wenig wie Tillmann: Ich bin ausgebrannt; meine Akkus sind leer und müssen dringend wieder aufgeladen werden.

Eigentlich ist das kein Wunder. Seit 2009 habe ich insgesamt 16 Bücher geschrieben; alleine die Splitterherz-Trilogie ergibt ein Pensum von 2133 Seiten, bei meinen vier Luzie & Leander-Bänden komme ich auf 1003 Seiten, nicht gezählt meine beiden Pferdebücher und meine Fiona-Spiona-Reihe für Erstleser. Zeitgleich mit dem Start ins Autorendasein bin ich außerdem Mutter geworden, was man ja auch nicht nebenbei erledigt. 😉 Darüber hinaus habe ich Lesungen gehalten, auf den Buchmessen Autogrammstunden gegeben, sechs Leserunden begleitet, Interviews beantwortet, meine Blogs und meine Facebookseite gepflegt. Es war mir dabei immer ein Bedürfnis, euch eine nahbare Autorin zu sein und die Plaudereien mit euch bei Facebook oder auf meinen Blogs haben mir große Freude bereitet. Dass „Dornenkuss“ nur drei Wochen nach Erscheinen beim Leserpreis 2011 von Lovelybooks in der Kategorie Romantik die Silbermedaille gewonnen hat, bestätigt mich nur einmal mehr darin, dass ich die besten Leser der Welt habe.
Aber in diesen drei Jahren ist auch vieles zu kurz gekommen – meine Familie, meine Hobbys, meine Freunde, mein Pferd, aber auch und vor allem ich selbst. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal in Ruhe ein Buch fertig gelesen oder einen ganzen Film gesehen habe; private Unternehmungen gibt es so gut wie keine mehr und oft sitze ich abends am PC, bis ich schlafen gehe und das erste, was ich morgens mache, ist ihn wieder anzuschalten. Meistens schon um sechs Uhr in der Frühe.

Aber jetzt habe ich einen Punkt erreicht, an dem ich erkennen muss, so nicht mehr weitermachen zu können, weil Seele und Körper darunter leiden. Diese Entwicklung hat sich schon nach dem Beenden von Dornenkuss angedeutet – das Schreiben dieses Buches war ein emotionaler Kraftakt -, aber ich wollte durchhalten, bis Dornenkuss erschienen ist; es war mir eine Herzensangelegenheit, euch damit in den ersten Wochen nicht alleine zu lassen, meine Lesungen wahrzunehmen und für Fragen und die Leserunde bereit zu stehen. Manchmal war es schwer, manchmal musste ich mich auch durchbeißen. Und es war nicht leicht, zu akzeptieren, wie erschöpfend das Schöpferische sein kann.

Doch ich denke, dass ich mich jetzt guten Gewissens in eine kreative Pause zurückziehen und mich beruflich ausschließlich auf mein aktuelles Projekt konzentrieren kann, das im Herbst 2012 bei script5 erscheinen wird. Denn wenn ich so weitermache bis bisher, werde ich irgendwann gar keine Bücher mehr schreiben können – und das ist weder in meinem Sinne noch in dem des Verlags oder in dem der Leser. Nein, es ist höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen. Für euch bedeutet das, dass ich bis zum Frühling vorerst nicht mehr auf meiner Facebookseite und meinen Blogs präsent bin und auch keine Lesermails beantworten kann (ich freue mich aber immer über Post!), da ich diese Zeit für meine Familie, mich und meine Gesundheit brauche. Aber ich habe fest vor, wiederzukommen, versprochen! Ansonsten bleibt alles wie gehabt; im Januar wird der fünfte Band meiner Luzie & Leander-Reihe erscheinen und ich habe auch vor, bei der Buchmesse in Leipzig eine Lesung zu geben. Bis dahin ist Lesungspause.

Ich bedanke mich bei euch für eure Treue, eure Mails und Kommentare und vor allem für das Lesen meiner Geschichten, denn erst dadurch werden die Bücher lebendig – und ich wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr. Bis bald – und passt auf eure Träume auf!


Weitersagen:

5 Gedanken zu „Dornenkuss & Co.: Wenn das Schöpferische erschöpft – Rückzug auf Zeit“

  1. Liebe Frau Belitz,
    die Entscheidung die Sie getroffen haben ist genau richtig!
    Die Liebe zum Beruf, zum Bücherschreiben und bei Ihnen ganz groß: die Liebe zur Sprache
    ( ich liebe Ihre Sprache in der Splitterherz-Trilogie ganz besonders) sollte nicht alles andere vergessen machen.
    Sicher ist es schön eine große Fangemeinde zu haben, aber zwischendrin schnaufen und das Leben wieder richtig genießen und Dinge tun von denen man fast vergessen hatte das es sie gibt, ist viel wichtiger !
    Tanken Sie Kraft, genießen Sie Ihre Familie, Ihr Tier und haben Sie traumhaft schöne,ruhige, genussvolle Weihnachten und fangen Sie das Neue Jahr gut an.
    Herzliche Grüße aus Mainz-Bretzenheim, Ihre Christa Schneider und ihr Team von der Buchhandlung Exlibris

    Antworten
  2. Liebe Frau Belitz,
    Ich möchte Ihnen nur sagen das mich ihre Splitterherz-Trilogie sehr berührt hat. Ich habe alle drei Teile verschlungen (Gott sei Danke habe ich diese Trilogie erst entdeckt, als sie vollständig veröffentlicht war, auf einen Teil warten zu müssen, hätte ich wirklich nicht geschafft) und möchte Ihnen danken. Nicht nur die Geschichte, auch alle Personen und vor allem die Zitate und Sprüche darin haben mich zum Weinen, Lachen und vor allem zum Nachdenken gebracht.
    Vor allem nach dem Ende des letzten Teils habe ich eine unbändige Lebensfreude gespürt und will jeden einzelnen Tag in meinem Leben zu genießen. Und Sie haben es mit ihren wundervollen Büchern geschafft, dass ich daran glaube, dass man jeden Schicksalsschlag irgendwie meistern kann!
    Ich freue mich schon wirklich sehr auf ihr nächstes Projekt und ich werde es lesen, weil sie eine wunderbare Autorin sind.
    Ich wünsche Ihnen eine erholsame Auszeit und das sie ihr Leben genauso genießen können, wie man es ihren Buchcharakteren die ganze Zeit wünscht!
    Ganz liebe Grüße, Lena

    Antworten
  3. Hallo liebe Frau Belitz,

    ich kann mich Lena nur anschließen.Die Splitterherz-Trilogie hat mich ebenso mitgerissen.
    Ich weiß das eine Trilogie nicht umsonst so heißt, aber besteht die Chance das hierzu doch noch ein 4-ter Teil kommt? Ich denke das ich nicht die einzige bin die sich danach sehnt!

    Ich bewundere sie für ihre Fantasie und Begabung die richtigen Worte zu finden!

    Mit den liebsten Grüssen aus Salzburg,Manuela

    Antworten
  4. Hallo Frau Belitz,
    ich liebe die Splitterherz-Trilogie.Als ich Splitterhert gelesen hab und am Ende war,war ich richtig traurig und hab mir gedacht es muss einfach weiter gehen.2 Wochen später hab ich Dornenkuss durch Zufall gefunden.Gleich am nächsten Tag hab ich Scherbenmond gefunden.Ich bin gerade mit Dornenkuss fertig geowrden.Ich hab viele Tränen an diese 3 Bücher verloren.Es waren Tränen voller Trauer und auch Freude.Ich würde mich freuen wenn es eine Verfilmung geben würde.Ich konnte es zuerst nicht glauben dass Colin ein Mensch wurde,weil ich so froh und geschockt war.Diese 3 Bücher sind meine Lieblingbücher und ich danke ihnen sehr für dieses wunderbare Leseerlebnis.Ich freue mich schon auf ihre anderen Bücher.
    Mit ganz vielen lieben Grüßen,Gabi

    Antworten
  5. von Samira Joy geschrieben am 29.11.2011 20:30 Dornenkuss – klingt wie der passende Abschluss zur Trilogie. Bettina Belitz hat es geschafft, eine wundervolle Athmosphäre, eine kleine, eigene Welt für alle von uns zu schaffen und fast schon traurig ist es, dass diese Welt mit dem letzten Band nun enden soll. Ich mag Trilogien im Grunde nicht, weil man immer Jahre warten muss, bis der nächste Teil kommt, aber mit Splitterherz – Scherbenmond – Dornenkuss habe ich diese Zeit gerne gewartet, mich auf die nächsten Teile gefreut! Und ich kann es kaum erwarten, den wunderschön gestalteten Dornenkuss in meinen Händen zu halten – wie einen Schatz.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar