Die Diamantkrieger-Saga – Eine Seelenlicht-Trilogie

Die Diamantkrieger-Saga eignet sich wunderbar als Unterstützung in Romanform, wenn du gerade angefangen hast zu meditieren, auf der Suche nach deiner Bestimmung und dem Ruf deiner Seele bist, deinen spirituellen Weg bewusst gehen oder dich von alten Schatten befreien möchtest. Sie kann dir helfen, deine inneren Prozesse bei dieser Entwicklung und den damit verbundenen „Lichtkörper-Prozess“ besser zu verstehen.

Die junge Heldin Sara, eine alte Seele und geniale Trickdiebin, wird zu Beginn der Trilogie durch eine Begegnung mit einem anderen Diamantkrieger „erweckt“. Damit wird eine innere Verwandlung in Gang gesetzt, die von Sara fordert, an ihre Grenzen zu gehen, ihrem größten Widersacher zu vergeben und sich dabei ihres unverwechselbaren Seelenlichts bewusst zu werden – auf dass sie beginnt, daran zu glauben und es in die Welt zu senden.

Die Diamantkrieger-Saga ist aktueller denn je und daher eine passende Lektüre, wenn man sich in den Turbulenzen und Krisen unserer jetzigen Zeit auf sein inneres Licht besinnen, Stabilität im Alltag finden und die Welt ein wenig heller machen möchte.

Hier geht es zur Inhaltsbeschreibung des ersten Bandes: Damirs Schwur.

Hier geht es zur Inhaltsbeschreibung des zweiten Bandes: La Lobas Versprechen.

Hier geht es zur Inhaltsbeschreibung des dritten Bandes: Tashiras Bestimmung.

Leseprobe (aus Band 2):

„Aber …“ Meinen Einwand hörte selbst ich nicht mehr, er war nur noch ein schwacher Hauch. Gebannt blieb ich stehen und wagte es, meine Augen blinzelnd zu weiten, um zu betrachten, was sich jeder Logik entzog und mir trotzdem so klar und strahlend präsentierte, dass ich es hätte nachzeichnen können.

Herr Bosenius hatte mir den Rücken zugewandt, um schwarz angelaufene Gabeln zu sortieren und in verschiedenen Kästchen einzuordnen, doch auf seinem gebeugten Rücken prangten zwei ausladende, flirrende Schwingen, die sich immer dann zu bewegen und ihre helle Farbe zu verändern schienen, wenn ich sie zu fixieren begann. Um seinen Kopf herum waberte bräunlicher, schmutzig wirkender Nebel, wie ich ihn auch schon bei anderen Menschen wahrgenommen hatte, bevor La Loba und Damir die Satori gestoppt hatten, doch er konnte die überwältigende Helligkeit seiner Schwingen nicht trüben. Sie existierten für sich, wenn auch eindeutig ihm zugeordnet – einem Menschen, der vor Angst kaum mehr sprechen konnte und so schmuddelig wirkte, dass ich mir angewöhnt hatte, nur noch durch den Mund zu atmen, wenn ich seinen Laden betrat. 

Entweder alles ging wieder von vorne los und ich verlor meinen Verstand oder – oder hinter Herr Bosenius stand ein Engel und schützte ihn vor mir? Obwohl das, was ich sah, mein Herz in seiner atemberaubenden Schönheit fast zum Stillstand brachte und ich am liebsten die Zeit angehalten hätte, um diesen Anblick noch tiefer in mich aufzusaugen, packte mich kalte Angst, denn Herr Bosenius wusste zweifellos nichts von dem, was ich sah – und das konnte nichts Gutes bedeuten. 

„Nein. Nein!“, flüsterte ich erstickt zu mir selbst und hob die Hände vor meine Augen. „Ich will das nicht sehen! Ich will so etwas nicht sehen, bitte nicht!“ Rückwärts stürzte ich nach draußen, stolperte die Stufen zum Bürgersteig hinunter und rempelte im Rennen zwei Passanten an, ehe ich es wagte, meine Finger von meinem Sichtfeld zu nehmen und meine Lider zu öffnen. Ich blickte in ein diffuses Gewirr aus sich bewegenden Schatten, die unentwegt ineinander und wieder auseinander drifteten. Manche bildeten Gestalten, andere waren eiförmig oder eingedellt. Einige von ihnen drangen durch Fenster und die Scheiben eines vorbeifahrenden Autos, manche zeichneten sich hinter geschlossenen Türen ab, doch alle waren Menschen zugeordnet, die durch ihre unruhig pulsierenden Hüllen wie unförmige Monster wirkten, die nicht merkten, dass sie sich ständig im Weg standen und streiften und ineinander übergingen. Nur ich sah es. 

„Nein … nicht …“, wimmerte ich panisch, als mir ein Mann so nah entgegen kam, dass ich nicht ausweichen konnte und in den braunschwarzen Waber, der auf Höhe seines Bauches neben ihm flutete, eintauchen musste. Schutzsuchend presste ich mich mit dem Rücken an die Wand und drückte meinen Ärmel gegen meinen Mund, um nicht zu husten und beim Luftholen seinen Schleier zu inhalieren – und sah für einen Bruchteil einer Sekunde meine eigene Hülle. Grünlich, hell, mit roten Schlieren. Und durchzogen von pechschwarzen Feldern. 

Dann waren sämtliche Schatten auf einen Schlag verschwunden. Die Luft war wieder klar, ich konnte wieder atmen. Keuchend ballte ich meine Fäuste und traute mich nicht, zu blinzeln, weil ich fürchtete, dass sie dann zurückkamen. Doch ich sah nur Menschen, nur Körper, ohne Hüllen und Farben. In sich gekehrt und mit ihren eigenen Problemen und Grübeleien beschäftigt, hasteten sie aneinander vorbei und würdigten sich keines Blickes, nichtsahnend, dass sie untrennbar miteinander verbunden waren. 

Dennoch wartete ich, bis der Bürgersteig vor mir leer war und mir niemand entgegen kam. Erst dann gelang es mir, mich aus meiner Starre zu lösen, mein Rad von der Straßenlaterne zu befreien und jede rote Ampel und jede Vorfahrt ignorierend an den Stadtrand zu rasen, wo mir die gesamte Welt ruhiger, heller und geordneter erschien und ich hoffte, von keinen neuen Bildern mehr heimgesucht zu werden. 

Schweißgebadet und mit peitschendem Puls schwang ich mich vom Sattel, schob das Rad in die Garage und griff noch in derselben Bewegung nach Spitzhacke, Spaten und Rechen. Ausruhen konnte ich jetzt nicht, obwohl nur meine starke Müdigkeit derartige Wahrnehmungen ausgelöst haben konnte. Doch mein Schlaf war unberechenbar geworden und meine Träume erst recht und seit zwei Nächten hörte ich wieder leise ein Mädchen weinen, wie in der Wohnung von Jaga, und dieses Mal wusste ich, dass ich keinen Versuch starten musste, es zu suchen. Es waren Überbleibsel von dem, was mich bereits im Frühjahr heimgesucht hatte. Sinnestäuschungen, Halluzinationen, eine bis zur Schmerzgrenze erweiterte Wahrnehmung. Die dazu gehörigen körperlichen Symptome blieben aus, doch jetzt, in diesem Augenblick, hätte ich meine optischen und akustischen Visionen liebend gerne in reißende Schulterschmerzen, Migräne, tränende Augen und einen vielstimmigen Tinnitus eingetauscht. 

Wenn ich wahnsinnig wurde, hatte nun der zweite Schub eingesetzt und mit etwas Pech (oder Glück?) waren die Gespräche mit La Loba, meine Erlebnisse mit Damir und der Höllentrip in der Unterwelt nur das Unterhaltungsprogramm einer beginnenden Schizophrenie gewesen und gar nicht in Wahrheit geschehen. Wenn es jedoch die Satori war, die mich von Neuem zu plagen begann, dann … war etwas gehörig schief gelaufen.

„Ihr verdammten Stümper“, fluchte ich in Gedanken an La Loba und Damir, marschierte mit meinen Gerätschaften auf der Schulter in den verwilderten Garten und hieb die Spitzhacke mit Schwung in den Untergrund. Sofort verhedderte sie sich in einem Dornengeflecht, das breitflächig über den Boden wucherte, und ich zog sie mit einem leisen Aufschrei nach oben, wobei sich Wurzeln aus dem Grund lösten und trockene Erde auf meine Stiefel rieselte. Ich musste mich müde arbeiten. So müde, dass ich nicht mehr denken konnte und in jenen Schlaf fiel, der weder Träume noch Gefühle kannte. Doch die Spitzhacke war dem Unkraut unterlegen. Beim nächsten Versuch glitt sie mir aus der Hand und rutschte in einen Busch. Zornig trat ich ihren Stiel zur Seite, ließ mich auf alle viere nieder und riss das dornige Gestrüpp mit bloßen Händen aus der Erde. Die Wurzeln saßen so fest, dass ich mit aller Gewalt daran ziehen musste, bis sie sich endlich lösten, und selbst das gelang mir nur durch Mobilisierung aller Kraftreserven. Erst, als ich mich bis zum Zaun vorgearbeitet hatte, ohne dass der Untergrund hinter mir ein wesentlich anderes Bild bot als vorher, merkte ich, dass ich beobachtet wurde. 

Hinter der von einer weißblühenden Kletterpflanze durchzogenen Kirschlorbeerhecke stand eine mir wohlbekannte Gestalt, die ich bisher aber nur in Kombination mit dunklem Sakko, Hemd und Krawatte kannte. Goldwasser in einer hellbraunen Wildlederjacke, Pullover und Jeans zu sehen, irritierte mich zutiefst, konnte mich aber nicht von meiner Sisyphos-Arbeit abhalten. 

„Probleme?“

„Sie haben bei Ihrer Haus-Überprüfung das Element Erde vergessen“, knurrte ich ohne echten Vorwurf, denn trotz meines inneren Aufruhrs freute ich mich, ihn zu sehen. Mit dem Handrücken wischte ich mir den Schweiß von der Stirn und riss die nächste Wurzel aus dem Boden, um sie entnervt hinter mich zu schmeißen. „Dieser Garten besteht nur aus Unkraut und wenn ich an einer Stelle etwas raus ziehe, ist am nächsten Morgen woanders ein neues gewachsen. Heißt es nicht, ein Garten mache glücklich?“ 

„Du solltest es vielleicht mit ein bisschen mehr Hingabe versuchen … Oh, Sara, bitte nicht. Nicht so.“ Mit zusammengebissenen Zähnen hielt ich inne. 

„Wie hätten Sie es denn gerne? Soll ich dem Unkraut noch ein Liedchen singen, bevor ich es herausreiße?“ Stöhnend ließ ich mich auf meine vier Buchstaben fallen und breitete kapitulierend die Arme aus. Was ich da tat, ergab keinen Sinn. Ich wurde dieses Gartens nicht Herr. Doch Goldwasser trug ganz sicher keine Schuld daran. „Tut mir leid. Ich hatte keinen guten Tag und dachte, ich könnte mich hierbei entspannen … aber das Grünzeug hat mich gegen mich verschworen. Ich wollte Sie nicht so anpflaumen, sorry.“

„Ach, mach dir um mich keine Sorgen. Ich sehe doch, dass es dir nicht gut geht. Aber du hast eben ungefähr zehn Triebe einer sehr seltenen Buschrose ausgerissen und ich bin mir nicht sicher, ob du das willst. Sie wächst nur in wenigen Ländern dieser Welt wild. Es ist ein Geschenk, sie im eigenen Garten zu haben.“

„Das ist nicht wahr, oder? Es waren Rosen?“ Beschämt legte ich meine erdigen Hände auf mein Gesicht. „Aber warum kriechen sie dann über den Boden und haken sich überall fest?“

„Sie suchen Licht“, antwortete Goldwasser geduldig. „Wenn du die Büsche und Bäume um sie herum zurückschneidest, müssen sie das nicht mehr tun und können an Ort und Stelle wachsen.“

„Jetzt sind sie ja … weg“, erwiderte ich ernüchtert und richtete mich wieder auf. „Ich hab sie gekillt, oder?“

Goldwasser lächelte mich weich an. „Ich verrate es niemandem. Und da drüben hat eine überlebt.“ Er deutete an mir vorbei in den Schatten einer Birke. „Schenke ihr ein wenig frische Rosenerde, lockere den Untergrund und gieße sie regelmäßig, dann hat sie eine Chance.“

„Sie sind nicht hier, um mit mir Gartentipps auszutauschen“, stellte ich freundlich fest, robbte rückwärts neben die verbliebene Rose und lehnte meinen schmerzenden Rücken gegen den kühlen Stamm der Birke. „Sie haben Nachrichten und meinen, ich verkrafte sie besser, wenn ich dabei im trauten Heim bin.“

„Ich habe Nachrichten für dich, richtig. – Ah, kleinen Moment, Sara. Da geht einer stiften. – Buck! Bei Fuß, aber zackig!“ Goldwasser hob seine Finger an den Mund und ließ einen schrillen Pfiff ertönen, worauf ein sonores, sattes „Wuff“ ertönte. Argwöhnisch richtete ich mich auf, bis ich über die Lorbeerhecke linsen konnte. Diese Hundestimme hatte ich schon einmal gehört … aber wo nur … Oh nein. 

Doch es war zu spät, um einen Rückzieher zu machen. Bucks Nase war schneller gewesen als mein Erkennen und die Lorbeerhecke für ihn ein unbedeutendes Hindernis. Er durchbrach sie einfach. Mit einem weiteren Wuff, eher einem Grunzen als einem Bellen, stürzte er auf mich zu und warf mich beinahe um, so sehr freute er sich, mich wiederzusehen. Doch die Freude durfte nicht meinerseits sein, obwohl ich mir schwer tat, mich gegen ihr lebendiges Glucksen in meinem Bauch zu wehren. 

„Hey … das ist aber nicht die feine Art … Goldwasser, nehmen Sie Ihren Hund zurück, bitte!“, versuchte ich mich pikiert zu geben, doch mein Mund zuckte, weil er lachen musste, und meine Hände wollten sich in das tiefe Nackenfell vergraben, das sich so weich und dicht anfühlte, dass ich damals alle Vorsicht hatte fallen lassen und mein Gesicht hinein gedrückt hatte. „Was hat er nur?“, stellte ich mich weiter ignorant, obwohl ich genau wusste, was los war. Buck interessierten weder das auffordernde Schnalzen und Pfeifen von Goldwasser noch meine steife Haltung. Er musste mich erst dreimal umrunden und sich schwer an mich drücken, bis er sich dazu überreden ließ, zwischen Goldwasser und mir Platz zu nehmen, seine dunklen Augen nach wie vor fest auf mich gerichtet. 

„Er scheint dich zu mögen“, murmelte Goldwasser erstaunt. „So benimmt er sich sonst nie bei Fremden.“

„Ich bin eigentlich eher ein Katzenmensch“, entgegnete ich achselzuckend. Das war nicht gelogen – allerdings war ich es nicht freiwillig oder weil ich Katzen gar für die Krone der Schöpfung hielt. Irgendetwas begeisterte sie neuerdings so sehr an mir, dass sie nicht nur meine Brüche begleiteten, sondern es sich auch in Haus und Garten bequem machten und ihre innige Liebe vorzugsweise damit demonstrierten, dass sie mir regelmäßig frisch erjagte Mäuse, Ratten und Vögel vor die Terrassentüre legten. 

Doch das mit Buck war eine andere Geschichte und mir schoss die Wärme in mein ohnehin erhitztes Gesicht, als ich realisierte, was das bedeutete. Von allen Hundebegegnungen während meiner Brüche war die mit Buck die kurioseste und eindrücklichste gewesen. Ach, das ganze Haus war eindrücklich gewesen – etwa Goldwassers Haus? Ich hatte es mehr aus Neugierde aufgesucht als aus einem festen Auftrag heraus, weil es in einer Straße lag, in der mir Kratos mehrere Adressen genannt hatte, die gute Ware versprochen hatten. Schon die opulente Hundehütte im Garten hatte mich unmissverständlich darauf hingewiesen, dass ich es in diesem Anwesen nicht mit einem verweichlichten Schoßhündchen zu tun hatte, sondern mindestens mit einem Schäferhund, wenn nicht sogar mit einer dänischen Dogge oder einem beißwütigen Dobermann. Wie jedes Mal, wenn ich Hunde witterte, hatte ich versuchen wollen, über meine Stimme und ein Leckerli mit ihnen Kontakt aufzunehmen, doch ehe ich dazu ansetzen konnte, etwas zu tun oder zu flüstern, war ein Heulen aus der Dunkelheit gedrungen, das jedem Wolf hätte Konkurrenz machen können. 


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