Weibliche Würde – hütest du sie?

Hütest du deine weibliche Würde – und was genau ist das eigentlich? Welche Merkmale hat sie? Woran erkennst du sie?

Weibliche Würde - ein wandelbares Gefühl; mal weich, mal kriegerisch.

Sicherlich bist du schon einmal einer Frau begegnet, bei der du sofort gespürt hast, dass sie ihre weibliche Würde lebt, hütet und bewahrt – komme, was wolle. Aber was hat sie konkret von anderen Frauen unterschieden?

Weibliche Qualitäten sind gemäß ihrer Yin-Natur nur schwer in Schubladen zu packen, sie wehren sich gegen Etiketten und erst recht gegen Checklisten. Weiblichkeit will gespürt werden und immer wieder neu entschieden und umgesetzt werden.
Sie ist fließend, manchmal dunkel und kühl, kann sich undurchsichtig und launisch anfühlen. Mit dem Kopf ist sie nicht zu greifen.

Deshalb ist Weiblichkeit in ihrer gelebten, ausgedrückten Form immer ein Experiment, das eine gewisse natürliche Verspieltheit, Selbstvertrauen und viel Bauchgefühl verlangt. Was sich heute besonders weiblich anfühlt, kann morgen schon ganz anders auf einen selbst wirken – das liegt auch daran, dass wir zyklische Wesen sind und unser „inneres Weib“ damit im höchsten Grade wandelbar ist.

Eine würdevolle Frau strahlt aus sich selbst heraus.

Kurz nach dem Abklingen der Blutung mag es sich passend anfühlen, ein zartes Rosa zu tragen, vielleicht ergänzt durch ein glitzerndes, mädchenhaftes Armkettchen, während wir uns in der PMS-Phase damit möglicherweise absolut dämlich vorkommen (dann sind wir nämlich oft wenig damenhaft, sondern eher im dark-goddess-Modus unterwegs – wachsame Männer meiden uns dann von ganz alleine).

Wenn du dich den verschiedenen weiblichen Qualitäten beim Lesen eines Romans annähern möchtest, empfehle ich dir meinen Roman „Gelebte Zeit“, der in die vier weiblichen Archetypen und Zyklusphasen aufgeteilt ist. Eine ausführliche XXL-Leseprobe findest du hier: Leseprobe Gelebte Zeit.

Weil Weiblichkeit so schwer zu greifen ist, tun sich viele Frauen in unserer yangbetonten, männlich orientierten Welt schwer damit, ihre Weiblichkeit zu entdecken, zu kultivieren und frei auszudrücken. Sie kommen sich dabei wie auf einem Blindflug vor.

Deshalb werde auch ich mich sozusagen von hinten an das Thema der weiblichen Würde anschleichen müssen und das Ausschlussverfahren wählen, um diese Qualität „einzufangen“ – und zwar, in dem ich Verhaltensweisen oder Denkweisen aufzähle, die die weibliche Würde torpedieren, mit den Füßen treten, ersticken.

Wir schwächen unsere weibliche Würde, wenn wir:

  • schlecht über andere Frauen reden, über sie lästern, uns über ihr Aussehen lustig machen, ihnen Schlechtes wünschen, ihnen mit Schadenfreude begegnen
  • Unseren eigenen Körper ablehnen
  • Unsere Blutung als schmutzig, eklig und abstoßend bezeichnen
  • regelmäßig Orgasmen vortäuschen
  • uns zu Sex zwingen, um unsere Ruhe zu haben
  • uns krampfhaft jünger geben, als wir sind
  • unseren Zyklus zu maßregeln oder unterdrücken versuchen
  • einem Mann zuliebe lügen und uns dabei selbst verleugnen
  • uns verkleiden, um attraktiver zu wirken, obwohl wir uns dabei unwohl fühlen
  • über impotente Männer spotten
  • schlecht über unsere Emotionen sprechen und sie abwerten
  • Berührungen über uns ergehen lassen, die wir nicht wollen (egal, von wem!)
  • an einem Mann klammern und ihn emotional terrorisieren
  • unseren Partner verbal erniedrigen und wie ein kleines, unartiges Kind gängeln
  • uns unnötigen Schönheitsoperationen unterziehen
  • finanzielle Fehden mit unseren Ex-Partnern führen
  • unsere Ex-Partner ausnehmen, uns an ihnen rächen, schlecht über sie reden (wir haben uns diese Menschen einst bewusst ausgesucht und auf Seelenebene einen Deal mit ihnen abgeschlossen!)
  • unseren Partnern verbale Fallen stellen, aus denen sie nicht entkommen können
  • nicht klar ausdrücken, was wir meinen, sondern permanent im Subtext sprechen
  • in einer Opferrolle verharren und von anderen erwarten, dass sie unsere Wunden heilen
  • uns permanent für andere Menschen aufopfern, ohne an uns selbst zu denken

Du erkennst das Attackieren der eigenen weiblichen Würde auch daran, dass du dich in derartigen Momenten kleiner fühlst als sonst, innerlich gereizt bist und dich selbst im Spiegel nicht aus dem Herzen heraus anlächeln könntest. Intuitiv wissen wir genau, wann wir uns selbst verraten und die Göttin in uns missachten. Ignorieren wir diese Wahrnehmung, kann es sein, dass wir noch eine Schippe drauflegen und uns selbst oder unseren Mitmenschen gegenüber tatsächlich zu einem weiblichen Zerrbild werden – wir haben uns in die sprichwörtliche Furie verwandelt.

Das muss nicht immer mit Zetern und Keifen einhergehen. Es kann im stillen Kämmerlein geschehen, nachdem wir mit uns selbst ins Gericht gezogen und kein gutes Haar an uns gelassen haben, weil wir nicht aussehen oder funktionieren, wie wir uns das vorgestellt haben.

Aber Frauen funktionieren eben nicht. Nicht in dem Sinne, dass die Maschine Mensch immer gleichmäßig läuft. Wir sind eher jahreszeitlich unterwegs. Und manchmal zeigt sich an einem einzigen Tag etwas von jeder Jahreszeit in uns.

Wir wachen in Frühlingsfrische auf und driften am Ende des Tages fröstelnd in eine kalte, ungemütliche Winternacht. Bewegen wir uns in unserer weiblichen Würde und Selbstachtung, suchen wir nicht im Außen (oder in dem Mann an unserer Seite …) nach Schuldigen. Wir sind uns einfach selbst eine gute Mutter, lauschen auf die Bedürfnisse unseres Körpers und nehmen unsere Emotionen liebevoll an.

Weiblichkeit ist eben ein Abenteuer, voller Überraschungen. Je weniger wir sie reglementieren und unterdrücken, desto bunter wird unser Leben.

Ich wünsche dir viel Freude auf diesem Weg!

Deine Kyrala.


Weitersagen:

Schreibe einen Kommentar