Aus „Bücher mit Herz“ wird „Bücher für die Seele“

Natürlich schreibe ich meine Bücher nach wie vor mit meinem Herzen und fühle sie beim Schreiben aus dem Herzen heraus – genau das macht sie manchmal sehr fordernd, aber anders würde ich sie nicht erschaffen wollen. Doch in den vergangenen Wochen habe ich gemerkt, dass ich mich klarer und transparenter positionieren möchte, was meine innere Ausrichtung und mein mich beim Schreiben begleitendes Weltbild betrifft. 

Meine Romane – vor allem die Diamantkrieger-Saga, aber auch „Vor uns die Nacht“, „Mit uns der Wind“ und mein noch nicht veröffentlichtes Manuskript „Gelebte Zeit“ – sind Entwicklungsromane für die Seele. Die Heldinnen entwickeln sich weiter und kommen sich selbst dabei näher, als es in klassischen Liebesromanen möglich wäre. Sie sind darin gefordert, in die Eigenverantwortung zu gehen und ihr eigenes Licht zu erkennen, es zu leben und zu lieben. Ganz gleich, welche Schatten da noch auftauchen und aufgelöst werden wollen. 

Bewegen euch Fragen wie: Warum bin ich eigentlich hier? Welchen Sinn hat mein Leben? Warum passieren mir immer wieder die gleichen Dinge? Was sind meine Stärken und könnte es sein, dass sie sich hinter meinen größten Schwächen verbergen? Wie kann ich eine Liebesbeziehung führen, ohne mich darin zu verlieren oder mich selbst zu verraten? Was ist Liebe eigentlich – und warum liebe ich andere immer mehr als mich selbst? Wie kann ich meine Ängste überwinden? Geht das überhaupt? Wie kann ich meinen Alltag so gestalten, dass er sich auch dann noch sinnvoll und lebenswert anfühlt, wenn alles schiefzugehen scheint? Wie kann ich mit meinen Schicksalsschlägen umgehen, ohne mein Leben lang Opfer zu bleiben? Bieten sie mir vielleicht sogar ein unverhofftes Geschenk? Gibt es noch mehr in der Welt als das, was ich sehen, hören und anfassen kann? 

Falls ihr euch bei einer oder mehreren dieser Fragen angesprochen fühlt oder merkt, dass sie euch neugierig machen, seid ihr bei meinen Romanen für junge Erwachsene gut aufgehoben, denn ich habe sie mir selbst oft gestellt und hatte das große Glück, Menschen begegnet zu sein, die mir Antworten geben konnten oder mir dabei halfen, die Antworten in mir selbst zu finden. 

Ich spreche bei dieser Erfahrung bewusst von Glück. Mich den mit diesen Fragen verbundenen Themen zu stellen, hat mein Leben kolossal ins Positive verwandelt, und weder kann noch will ich sie in meinen Büchern ausklammern. Ich habe mir früher sehnlichst Romane gewünscht, in denen ich mehr zu diesen Themen erfahren kann. Nun bin ich in der Position, Romane zu schreiben – also werden es auch in Zukunft Bücher für die Seele sein; Bücher, die tiefer schauen und weiter blicken als es im Liebesroman-Mainstream üblich ist (was selbstverständlich auch seine Berechtigung auf dem Buchmarkt hat). 

Das bedeutet nicht, dass ich meine eher unbewusst geschriebenen Romane wie die Splitterherz-Trilogie heute ablehne. Nein, ich bin sehr dankbar für diese Bücher und liebe sie aufrichtig, zumal ich in ihnen den Wunsch meiner Seele, erkannt zu werden und sich entfalten zu dürfen, in fast jeder Schlüsselszene wahrnehme. Doch Splitterherz ist entstanden aus einem generellen Weltschmerz und einem Ohnmachtsgefühl meinem eigenen emotionalen Geschehen gegenüber – ein Gefühl, das viele Menschen kennen und unter dem sie manchmal ihr Leben lang leiden. 

Das muss nicht sein. Wir können diesen Weltschmerz in Freude, Dankbarkeit, Sinnhaftigkeit und Liebe verwandeln. 

Deshalb werde ich nicht mehr zu reinen Weltschmerz-Geschichten zurückkehren – und mit Dornenkuss habe ich mir diesen Weg selbst vorgezeichnet. Ellie tritt Angelo mit Fackeln entgegen und blendet ihn – doch in Wahrheit taucht sie ihre eigenen dunklen Anteile (nichts anderes symbolisiert Angelo) ins Licht und transformiert sie im Feuer. 

Ich freue mich über jede Leserin und jeden Leser, die mir auf diesem Weg folgen –  die gemeinsam mit Linna ihren Panzer aufbrechen, sich mit Ronia emotionalen Abhängigkeiten stellen, mit Mona trotz Handicap ihre Vollkommenheit entdecken, mit Sara mutig und unerschrocken aus der tiefsten Dunkelheit ins Licht schreiten und dabei über sich hinauswachsen. Diese Reise ist nicht immer leicht – aber sie lohnt sich. Und Bücher können uns dabei begleiten und unterstützen. 

Dafür brenne ich – und dafür schreibe ich. 

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