Oft bekomme ich von euch Rückmeldungen wie „Ich warte schon so lange auf einen neuen Roman von Dir“ oder „Ich kann es kaum mehr erwarten, bis Dein neues Buch rauskommt“ – und ich kann euch sagen: Es geht mir nicht anders, auch wenn ich im Gegensatz zu euch den Inhalt des Werkes schon kenne. Zwar kann ich mich über mangelnde Arbeit nicht (genauer: nie) beklagen, aber es dauert nun mal verflixt lange, bis aus dem geschriebenen Wort ein gedrucktes Wort wird und an diesen Zeitspannen kann ich nichts ändern. Ihr wisst, dass ich quasi schneller schreibe als mein Schatten (das war schon in der Schule so …), doch selbst wenn ich in zwei Wochen ein neues Werk raushauen würde: Die Mühlen der Branchen bleiben die gleichen und gut Ding will bekanntlich Weile haben.

Es ist wahrscheinlich müßig, im Einzelnen aufzuzählen, wie viele Stationen ein Skript durchlaufen muss, bis es als gedrucktes Buch im Laden liegt, aber es sind etliche und ich könnte manchmal die Wände hochgehen, weil ich es nicht beschleunigen kann. Ein Autor will sein Buch am liebsten immer sofort gleich jetzt auf der Stelle in den Händen halten, doch ich habe inzwischen  gelernt, dass die Zeit der Reife dem Werk nicht schadet – so wie eine unter der Sonne des Südens gereifte Tomate viel besser schmeckt als ein überdüngtes, hochgezüchtetes Exemplar aus dem Gewächshaus. Auch ein Buch braucht Süße und Aroma und will mit Liebe herangezogen werden.

Deshalb: Tut es wie ich, übt euch in Geduld und erfreut euch bis dahin an den bisherigen Früchten meiner Arbeit – da ist in den vergangenen fünf Jahren ja doch einiges zusammengekommen. 🙂 Für mich ist der Blick in mein Bücherregal mit meinen eigenen Werken (ja, es ist inzwischen tatsächlich ein ganzes Regal und bald werde ich ein zweites brauchen …) immer noch surreal. Was, das hab alles ich geschrieben!? Aber er beweist mir, dass es Lesestoff für mehr als eine Jahreszeit ist. Genießt den Sommer – ich freue mich jetzt schon auf den Tag, an dem ich endlich wieder „harte Fakten“ verkünden darf. 😉


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